Aus welchem Grund auch immer geht man wie selbstverständlich davon aus, das Software grundsätzlich installiert werden muss.
Gerade der Windows-Anwender kennt es eigentlich gar nicht anders. Die Programme setup.exe oder auch install.exe werden wie selbstverständlich gestartet und neue Software auf das System geschaufelt.
Dem spricht eigentlich nichts entgegen, wäre da nicht das lästige Problem mit der Deinstallation und ihren Folgen. Oft genug bleibt irgendwelcher Datenmüll zurück, Installationsreste, Registry-Einträge, Anwenderverzeichnisse oder irgendwelche Hintergrunddienste, die sich standhaft weigern den Dienst zu kapitulieren.
Nachdem ich jetzt ein wenig gegoogelt habe, bin ich auf die Sparte der ‘Portable-Software‘ gestoßen. Programme, die auch auf einem Wechseldatenträger, wie z.B. einem USB-Stick, gestartet werden können, ohne sich gleich im System einzunisten. Im Grunde genommen bringen sie einfach alles mit, was zu ihrer Ausführung gebraucht wird und müssen daher nicht installiert werden.
Erstaunlicherweise finden sich im Internet eine ganze Hand voll dieser Portables. Namhafte Programme sogar, die den meisten Leuten bekannt sind. Federführend scheinen hier die OpenSource-Programme zu sein, die hauptsächlich Linux-Freunde durch die tagtägliche Arbeit bekannt sind. Dazu gehören auch Programme die in der Windows-Welt Fuß gefaßt haben, wie z.B. der Webbrowser Firefox, der Mailclient Thunderbird und jede Menge anderer Anwendungen.
Die Internetseite PortableApps.com hat sich da einer größeren Zahl von Programmen angenommen. Es lohnt sich auf jeden Fall dort mal zu stöbern. So findet man Antivirenprogramme, Brenn- und Packprogramme, Textverarbeitungen, Browser und vieles mehr. Das schöne ist: Man entpackt den Download, z.B. auf einen USB-Stick, und hat fortan alle was man braucht um das entsprechende Programm starten und nutzen zu können. Keine Installation, keine Änderung der Registry, … keine Probleme bei der Deinstallation. Das Löschen des entpackten Verzeichnisses beseitigt die Software ohne weitere Spuren.
Zu meinen derzeitigen Favouriten gehören da:
- Firefox (Webbrowser)
- Thunderbird (Mailclient)
- Gimp (Grafikbearbeitung)
- ClamWin (Antivirenscanner)
- OpenOffice 3.2.0 (Bürosuite)
- 7Zip (Packprogramm)
- Dexpot (virtuelle Desktops)
- CCleaner (Windowsaufräumer)
- VLC (Multimediaplayer)
- Teamviewer (Remoteverwaltung)
- DeppBurner (Brennprogramm)
Eine einfache Google-Suche nach ‘Portable’ bringt da Erstaunliches zu Tage. Kaum ein Hersteller, der nicht mittlerweile eine ‘tragbare’ Version auf seiner Website anbietet. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht die ein oder andere Software zum Standardumfang meines Rechners zu machen (so ich denn unter Windows arbeite), schon um sicher zu gehen mich nicht mehr mit irgendwelchen Installationen herumschlagen zu müssen. Eine Anwendung verschieben? Kein Problem mehr. Verzeichnis woanders hin packen und fertig. Eine Anwendung löschen? Keine Sache. Weg mit dem Verzeichnis und alles ist gegessen.
Natürlich mag es seine Vorteile haben wenn größere Programmpakete fest auf einem Rechner installiert sind. Für den schnellen Hausgebrauch, oder für unterwegs sind die Portables die allererste Wahl. Wohlgemerkt: Es sind meist die gleichen Programme wie die Installierbaren, also keineswegs immer abgespeckte Versionen. Einige sind aber dafür optimiert und auf geringeren Platzbedarf getrimmt, wie z.B. der Firefox Portable. Einmal gestartet sieht man ihm nicht an wo er seine Wurzeln hat. Sogar die meisten Add-Ons laufen problemlos.
So ist mein guter Rat zunächst erstmal im Netz zu schauen ob es zu einer Software nicht auch ein Portable gibt. Die würde ich dann vorziehen, vor allem wenn man das Programm eigentlich nur antesten möchte und die (De-)installation scheut.
Viel Spaß noch beim Stöbern