Es erstaunt mich ganz ehrlich immer wieder, wie groß doch die Preisspannen des Einzel- und Fachhandels so sind.
Natürlich ist es bekannt, das man im Internet so manches Schnäppchen erstehen kann, aber mittlerweile ist das eher die Regel. Unsere Nachbarn sind schon ganz neidisch, das die Post ständig Pakete bringt. Dabei handelt es sich in erster Linie um Käufe, die wir per Internet getätigt haben. Was andere für teures Geld im Groß-und Fachhandel erwerben, das bestellen wir zumeist online. Da stehen wir sicherlich nicht allein.
Erst kürzlich habe ich meinen TFT-Monitor bei meinem Lieblings-Hardware-Laden für gutes Geld im Schaufenster stehen sehen. Erstaunlicherweise gibt es exakt den gleichen Bildschirm im Netz für sage und schreibe 81 Euro (!) günstiger. Inklusive Versand! Da fragt man sich natürlich welche kalkulatorischen Preisspannen da angesetzt werden und wer wirklich daran verdient.
Dennoch klagen die lokalen Anbieter über geringe Gewinnmargen. Unbegreiflich, aber nachvollziehbar, bedenkt man die Preisunterschiede. Ich würde ja gerne den örtlichen Fachhandel unterstützen, …, aber zu diesen Preisen?
Wir merken es immer wieder: Ohne den Online-Handel würden wir uns weitaus schwerer stehen. Vieles ist einfach nur noch finanzierbar durch einen günstigen Kauf bei ebay und Konsorten. Mal ganz davon abgesehen, das man obendrein die Rennerei in den Laden spart, den Transport, u.ä.
Und die umgekehrte Richtung hat genauso ihre Vorteile. Denn könnte man all seinen Kram nicht selbst bei ebay, autoscout24, usw. anbieten, dann würde man auf so manchem Artikel sitzen bleiben, der noch ein paar Euros bringen kann.
Schwiegereltern, ihres Zeichens NICHT-PC-User, beneiden uns sicherlich um die vielfältigen Möglichkeiten. Eigentlich findet sich immer eine Variante um günstiger an einen Artikel zu kommen als im lokalen Handel. Nicht selten, das wir auch den ein oder anderen Deal für sie im Netz abwickeln. 50 Euro sind schnell gespart. Trotz Porto und Versand.
Irgendwie krankt der weltweite Markt daran. Mittlerweile ist es für die meisten Haushalte günstiger ihre Waren kreuz und quer in Deutschland zu bestellen, als im Laden an der Ecke zu kaufen. Stattdessen karren Kolonnen von LKWs Millionen von Tonnen über deutsche Autobahnen, weil Schmitz, Meier und Friedrich aus Hamburg ihre Ware billiger in Nürnberg bekommen als beim Realkauf einen Block weiter. Jetzt, vor Weihnachten, ist das sicher besonders schlimm. Amazon und Kollegen freuen sich. Die unvermeidlichen Folgen der ‘Globalisierung’.
Aber wenn ich ehrlich bin: Für den lokalen Fach- und Einzelhandel tut es mir natürlich leid. Die haben nicht umsonst zu kämpfen und jammern. Nur: Ich mache den Preis nicht und muß, wie jede andere Familie auch, sparen so gut es geht. Da bleibt uns gar keine Wahl.
Das Angebot bestimmt den Preis …