Ich merke es von Tag zu Tag mehr.
Das technologische Rad dreht sich immer schneller, oder ich komme immer weniger gut mit, oder vielleicht sogar beides. Es reicht einfach nicht mehr aus sein Fach gut zu beherrschen, nein, man muß auch immer mehr auf immer breiterem Gebiet wissen. Dazu kommt dieser irrsinnige Wandel der Gegebenheiten und Standards. Die Geschwindigkeit und Breite mit der man mitlernen muß scheint exponential zu steigen.
Wenn man glaubt halbwegs auf dem Stand der Dinge zu sein, bemerkt man, das man Dinge, die man zu beherrschen glaubt bereits zu lange nicht mehr gemacht hat und gleichsam wird einem klar, das man auch die zukünftigen Sachen kaum mehr überblicken kann. Es gibt gar nicht genug Zeit das Neue zu lesen, geschweige denn zu verinnerlichen. Die Anzahl neuer Aspekte und Technologien die tagtäglich auf einen einstürmt, wächst von Jahr zu Jahr. Und sein wir mal ehrlich: Mit zunehmendem Alter wird man ja auch nicht gerade flexibler.
Es kostet schon eine ganze Menge Kraft immer wieder mitzuziehen und zu versuchen den Anschluß zu halten. Noch gelingt das. Dennoch fühle ich die steigende Last und manchmal auch das wachsende Bedürfnis mich dem Ganzen zu entziehen.
Sicher geht das vielen von uns so, egal in welchem Beruf sie sich bewegen. Die Gegebenheiten werden immer hektischer, komplexer, anspruchsvoller, mit Erfahrung und Übersicht kaum noch zu meistern. Da wünscht man sich fast schon die gute alte Zeit zurück, in der es ‘ruhiger’ zuging als heute. Und vieles ist beinahe schon vergebens gelernt, nimmt man zum Beispiel die unzähligen Prozessor-Generationen, die zahllosen Speicher-Systeme, das aufgelaufene Betriebssystem-Chaos und die immer wiederkehrenden Releasewechsel der Software-Hersteller. Immer wieder reinarbeiten, auf den neuesten Stand bringen, nur um das alles ein Jahr später wieder als überholt zu den Akten zu legen. Wenn es denn überhaupt noch ein Jahr ist!
Die wachsende Automation und Intelligenz der aktuellen und kommenden Systeme gaukelt uns eins ums andere mal mehr Flexibilität, mehr Einfachheit, mehr Zeitersparnis vor. In Wirklichkeit ist es der ewige Kreislauf vom Neuanfang. Was heute noch aktuell ist, ist morgen schon veraltet. Ein Zustand, an den ich mich seit Jahren, wenn nicht sogar schon seit Jahrzehnten, zu gewöhnen versuche. Wahrscheinlich vergebens.
Also rudern wir weiterhin wie wild mit den Armen um im Strom der Veränderungen nicht unter zu gehen und halbwegs über Wasser zu bleiben.
Aber eines Tages hoffe ich ruhigere Gewässer zu erreichen und einen Platz am Ufer zu finden, wo ich die letzten Jahre ausruhen kann, … während andere noch schwimmen.
Allein die Zeit wird es zeigen.