Archiv der Januar, 2009

Sing it, Baby!

Man sollte meinen, zur Zeit gäbe es nichts Wichtigeres für die Deutschen, als die Suche nach dem ‘Supertalent’ oder dem ‘Superstar’.

Jeder meint ein Star zu sein, oder besser gesagt: Wer es heute nicht in wenigen Wochen vom Niemand mindestens zum ‘Superstar’ bringt, der hat wohl was falsch gamacht. Und was heißt hier überhaupt ‘Superstar’? Ein Star zu sein, das hat schon einiges an Bedeutung. Das ist etwas besonderes, etwas, das auf harter Arbeit, Fleiß und Talent begründet ist und die Anerkennung von Fans und Freunden widerspiegelt. Ein ‘Superstar’ ist in meinen Augen jemand, der das alles bis zur Perfektion gebracht hat, weltweites Ansehen genießt und schon viele Jahre im Geschäft ist. Und das nicht weil er gerade mal zwei Strophen fehlerfrei singen kann, sondern weil er Songs für Generationen schreibt und bei Vater und Sohn noch in guter Erinnerung ist. Menschen wie Freddy Mercury, Elton John, Peter Gabriel, George Michael, oder Gruppen wie Abba und die Rolling Stones.

Die kleinen Stimmchen, die uns heute noch als ‘Superstar’ verkauft werden, sind schon morgen durch die nächste Staffel ersetzt und in wenigen Jahren hört man nichts mehr von ihnen. Damit möchte ich keinesfalls deren Fähigkeitn und Talente unter den Scheffel stellen. Allein der Titel geht mir gegen den Strich, denn schon zum Star ist es ein weiter Weg, den längst nicht jeder gehen kann. Nur die Tatsache, das er von RTL in den Medien gepusht wird, macht noch niemanden zum Talent. Verdienen tun daran sowieso immer nur die Gleichen.

Aber ungeachtet der Tatsache, das die Castings recht amüsant sind, frage ich mich manchmal, warum wir Deutschen zur Zeit nur nach den Stimmchen irgendwelcher 20-jährigen gieren. Was ist mit den hellen Köpfen die sonst noch in unserem Land sind? Mit den Geschichtenerzählern, Dichtern, musikalischen Talenten, den technischen Könnern und Ingenieuren, Mathematikern und dergleichen? Wir hatten und haben sicher etwas mehr zu bieten als Teens, deren ‘Traum’ schon immer das Singen war. Interessant für mich übrigens jedesmal, wie sich 17-jährige vor die Kamera stellen und davon erzählen, Singen sei Ihr Lebenstraum. Von welchem Leben reden die? Von dem, das noch vor ihnen liegt? Das Bisherige dürfte bei weitem zu kurz für einen echten Lebenstraum gewesen sein, oder? Ich denke die Wertigkeiten haben sich in die falsche Richtung verschoben. Die Echten sind stets klein und bescheiden angefangen und haben sich erst nach vielen Jahren zu wirklichen ‘Stars’ entwickelt. Heute jedoch tritt man vor die Kamera und geht davon aus vier Wochen später ein ‘Star’ zu sein. Was bedeutet das noch? Auch andere Tugenden und Fähigkeiten verdienen der Würdigung. Die Suche nach dem ‘Supertalent’ war ein richtiger Schritt in diese Richtung.

Im Big-Brother-Container werden wir diese Qualitäten sicherlich nicht finden. Wo bleibt die Würdigung der großen Erfinder und Denker in unserem Land? Ja die soll es geben. Nur stehen die nicht bei Dieter Bohlen im Casting, sondern sitzen in den Hörsälen der Unis oder in den Labors von Weltfirmen, entwickeln Betriebssysteme oder neue Nano-Technologien.

Irgendwie habe ich die ‘Wesley Crushers’ des wirklichen Lebens immer mehr bewundert als die Hampelmänner des Privat-Fernsehens. Vielleicht sieht es der ein oder andere genauso.

-Privater Beitrag. Nur für authorisierte Leser.

Neuer Artikel

Hey, habe ich erwähnt, das ich aller Wahrscheinlichkeit nach wieder mit einem Artikel im “FreienMagazin” vertreten sein werde?

Nicht? Nun, dann sei es hiermit geschehen. Ich werde darin die Neuerungen im KDE 4.2 näher beleuchten und Vergleiche zum Vorgänger ziehen, der sich, gerade in der Version 4.0, nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Aber heute (!) ist die Stable-Version des 4.2 erschienen und ich habe es mir nicht nehmen lassen den Desktop gleich zu installieren. Da ich bereits die Betas und den RC1 laufen hatte konnte eigentlich nichts schief gehen. Ein guter Wurf, soviel kann man sagen.

Allen Linuxern viel Spaß damit.

Frühling?

Heute ist ein prima Tag!

Obwohl mich eine deftige Erkältung plagt, macht der Sonnenschein alles wieder wett. Und mit dem Sonnenschein kommt auch die gute Laune und die Lust auf “Frühjahrsputz”. Klingt blöd, ist aber so.

Und deshalb habe ich gleich das ein oder andere Projekt in Angriff genommen, von den Wohnzimmervitrinen angefangen, über diverse  ‘Altlasten’ und Dinge, die man ohnehin schon seit Wochen vor sich her schiebt.

Jetzt hat meine arme Seele wieder Ruh. Die Kinder turnen irgendwo in der Nachbarschaft herum und ich habe ein paar Minuten für mich. Während der Hund die Gelegenheit für das alltägliche Mittagsschläfchen nutzt, habe ich Zeit für einige Zeilen im Blog.

Euch allen einen schönen Sonntag!

Ein bißchen Schwund ist immer

Ich gehöre zu den Glücklichen im öffentlichen Dienst, die sich zu Beginn des Jahres über 3,5% Gehaltsanpassung freuen konnten.

Doch Moment!
Man hat es vorgezogen uns im Januar gleichsam den Gesundheitsfond auf’s Auge zu drücken, was für mich ein effektives Minus von 3,2% durch die deutliche Anhebung der Krankenkassenbeiträge bedeutet.

Doch Moment!
Die Bundesregierung war so nett  das Kindergeld um satte 10 Euro (!) pro Kind anzuheben, was ein Netto von 20 Euro pro Monat für uns bedeutet.

Da mein Bruttogehalt aber zumindest auf dem Papier gestiegen ist, muß ich leider für das laufende Jahr deutlich höhere Kindergartenbeiträge zahlen. Macht für ein einziges Kind 39 Euro netto mehr an Stadt und Gemeinde. Habe ich für meine Tochter vor zwei Jahren noch 75 Euro bezahlt, so muß ich für meinen Sohn nun stolze 164 Euro pro Monat auf den Tisch legen. Netto wohlgemerkt, was einer Steigerung von 119% (!) entspricht. Mein Bruttogehalt ist ja leider etwas gestiegen. Das nennt man wohl Pech.

Rechnet man also Plus gegen Minus, so haben wir nach alldem ganze 19 Euro weniger im Monat als im Dezember 2008. Gott sei Dank sind wenigstens die Heizölpreise nicht mehr so hoch wie vor einem halben Jahr.

Soviel zur Entlastung und Unterstützung der Familien.
Soviel zur Senkung der Lohn- und Lohnnebenkosten.
Soviel zur Steigerung der Zahlungskraft der Bürger.
Soviel zur Ankurbelung der Wirtschaft.
Frau Merkel.

Mit Sicherheit werden wir, trotz allem Engagement, trotz aller Anstrengungen und trotz aller geleisteter Arbeit in diesem Jahr, noch mehr auf jeden Cent schauen müssen und mit Sicherheit keinen Cent mehr in die deutsche Wirtschaft investieren können, die es eigentlich zur Zeit dringendst nötig hätte.

Bedauerlich ist nicht nur die Tatsache an sich, sondern vor allem der nach wie vor anhaltende Abwärtstrend beim ‘kleinen Mann’. Und es zeigt vor allem wie sinnlos der blinde Aktionismus von Vater Staat ist. Es wird den Bürgern unterm Strich nichts gegeben, sondern effektiv weiter genommen.

Ach ja: Als Eltern werden wir im Juli 200 Euro Einmalzahlung erhalten. Danke Frau Merkel. Danke für die Steigerung der Staatsverschuldung und danke für Geld, das wir zurück legen müssen um damit zumindest für dieses Jahr die deutlich höheren Kindergartenbeiträge zu kompensieren. Das Geld fließt, so gesehen, praktisch sofort zurück. Ausgeben für Markt und Wirtschaft können wir es leider nicht. Können wir uns nicht leisten!