Archiv der Mai, 2009

(Er-)Lösung

Seit etwas über zwei Jahren quälen mich nun meine schmerzenden Füße.
Dem ein oder anderen mag dieser Satz amüsant vor kommen, aber glaubt mir, das wovon ich spreche, ist niemandem zu wünschen.

Ich habe es bereits mehrfach berichtet und auch von der Ärzte-Odyssee, die hinter mir liegt. Keiner der Allgemein-Mediziner und Fachärzte konnte mir weiterhelfen und selbst in der Nuklearmedizin war man ratlos. Orthopäden, Neurologen, Klinkärzte, Rheumatologen, alle haben mit den Achseln gezuckt und mich weiter gereicht. Röntgen, endlose Blutuntersuchungen, Szintigrafie, Messungen, Analysen.

Und glaubt mir: Ich habe schwer gelitten. Brennende, schmerzende Füße auf denen ich kaum stehen konnte. Schon eine halbe Stunde nach dem Aufstehen das Gefühl man hätte zehn Stunden irgendwo im Laden gestanden. Undefinierte Schmerzen an allen Stellen der Füße, Druckschmerz, Brennen, und stets das Gefühl die Schuhe sind zwei Nummern zu klein. Beschwerden, die allgegenwärtig im Vordergrund stehen, so daß man kaum einen klaren Gedanken fassen kann. Da wird auch der Arbeitstag zur endlosen Qual. Es gab Tage, da habe ich mich nur durch Schmerzmittel über Wasser halten können. Auch für meine Familie eine deutliche Belastung. Und letztlich konnte ich meine Nachmittage nur noch auf dem Sofa verbringen. Bloß keinen Schritt mehr als nötig tun, war sogar zeitweise krank geschrieben.

Ich habe in den zwei Jahren fast alles ausprobiert was mir in den Sinn kommt. Selbst eine versteckte Pilzinfektion habe ich in Erwägung gezogen. Versuche mit Antibiotika haben letztlich auch nicht weiter geholfen.
Bis ich vor etwa vier Monaten bei einer verzweifelten Suche im Internet auf ein Forum mit Leuten gestoßen bin, die sich, genau wie ich, bereits seit Jahren mit diesen chronischen Schmerzen herumschlagen. Ein Bedauernswerter bereits seit 16 Jahren.
Der Clou des Ganzen: Ein scheinbar harmloses Vitamin-Präparat scheint
die (Er-)lösung zu verheißen. Denn die Symtome, die mich zwei Jahre in den Wahnsinn getrieben haben sind durchaus bekannt. Warum die örtlichen Fachärzte ahnungslos sind ist mir jedoch ein Rätsel.

“Burning Feet-Syndrom” ist das Schlagwort und Ursache dieser Erkrankung ist massiver Vitamin B5-Mangel, also Mangel an Pantothensäure! Daraus resultiert letztlich eine Nervenerkrankung, die sich in den schwer definierbaren Schmerzzuständen manifestiert. Warum mir diesbezüglich mein Neurologe nicht weiterhelfen konnte, ist mir ein fachliches Rätsel.

Eben dieses besagte Forum gab mir den Hinweis auf ein rezeptfreies Medikament namens ‘Panthenol’ von der Firma Jenapharm. 100 mg-Tabletten des konzentrierten Vitamins B5. Wie auch meine Leidensgenossen habe ich nun fast vier Monate das Präparat genommen, in höherer Dosis als angeraten. Und siehe da. Ich bin heute zu fast 85% beschwerdefrei, mit bessernder Tendenz!
Ich habe lang gezögert dies zu schreiben. Zu viel Hoffnung hatte ich in andere Dinge und Lösungen gesetzt. Alles war letztlich eine Sackgasse. Aber jetzt, nach vier Monaten ist nahezu klar, das Pantothensäure die richtige Lösung für mich und andere ist.

Die Forenbeiträge der anderen haben mir geholfen und deshalb auch mein ausführliches Posting an dieser Stelle, um ggf. auch anderen zu helfen, die sich tagtäglich durchs Leben quälen und von den (Fach!-)Ärzten keine Hilfe erfahren. Rat- und hoffnungslos, wie ich es auch war.

Letztlich gilt wieder nur ein einziges Sprichwort: “Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!”. Genauso ist es.

Ich habe jedenfalls deutlich an Lebensqualität gewonnen, denn jetzt ist in meinem Kopf wieder Platz für andere Dinge als Schmerz. Zwei Jahre Quälerei waren deutlich genug. Bleibt noch die Hoffnung, das sich über kurz oder lang auch die restlichen kleinen Wehwehchen geben. Dankbar für diese Lösung bin ich auf jeden Fall.

-Privater Beitrag. Nur für authorisierte Leser.

Schwitz

bmw_320er_1987

Ich kann mich noch an frühere Tage erinnern, als wir noch nicht so verweichlicht waren, was die sommerliche Wärme betrifft. 1987 war das.

Da hatte ich einen knallroten 320er BMW, eine recht betagte Kiste, deren Fahrersitz durch den Vorbesitzer etwas in Mitleidenschaft gezogen war. Der saß nämlich irgendwie schief in seiner Führung und war mehr als gewöhnungsbedürftig. Viel wichtiger war jedoch die Tatsache, das es in diesem Auto natürlich keine Klimaanlage gab. Eigentlich gab es in all den Autos die ich kannte keine Klimaanlage, denn das war der Standard. Vor allem für wenig betuchte Leute wie mich.

Nun jedenfalls machte man sich darüber eigentlich auch gar keine Gedanken. Egal wie das Wetter war. Besonders an den heißen Tagen im Sommer. Da wurde das Schiebedach geöffnet und die Seitenscheibe runtergekurbelt. Fertig. Vielleicht noch das Gebläse auf Stufe vier, damit die warme Luft von draußen auch schnell ins Innere kommt. Und so sind wir dann durch die Gegend gefahren, dampfend im Stau und Kilometer abgerissen. Schweiß laß nach.

Heute it das undenkbar. Kaum im Auto, … puhh, was ‘ne Wärme (21° C!), … und schnell erstmal die Klimaanlage an. Bloß nicht schwitzen.

Kein Vergleich zu damals, als ich mit vier weiteren Zeichnerkollegen im Auto durch die kölner Tiefebene gebratzt bin. Die Hitze im Wagen hat mich fast um den Verstand gebracht und letzten Endes haben wir uns auch noch total verfahren. Irgendwann war dann wirklich Ende. Es war einfach zu heiß. In der Erinnerung waren es bestimmt 40 Grad in der Kiste, der Lorenz brannte vom Himmel und dicke Luft war obendrein noch. Was hätte ich da um den kleinen Schalter mit der Aufschrift “A/C” gegeben. Aber das war undenkbar. Klimaanlage, das hatten nur Wagen der Oberklasse und schon gar nicht Autos meiner Preiskategorie.

Also hat man sich den Schweiß ins nasse Hemd gewischt und hat die letzten Kilometer hinter sich gebracht. Richtig cool wurde’s dann erst gegen Abend. Da konnte man etwas entspannen, den Arm aus dem Fenster und Mucke an, während die Fliegen gegen die Windschutzscheibe prasselten … ;-)

Heute ist es dagegen fast schon unromantisch, oder?  Regler auf kühl und spießig geht’s voran.
Aber besser ist’s doch, oder?

Business

In der letzten Woche hatte ich mal wieder Gelegenheit das Treiben der Geschäftswelt zu beobachten.

Das geht ganz toll  morgens am Frühstücks-Buffet im Business-Hotel. Dort treffen sich nämlich alle, die man anschließend in irgendwelchen Meetings, Treffen und Schulungen wieder findet. Wenn man etwas genauer hinsieht, kann man deutlich verschiede Typen von ‘Geschäftsleuten’ ausmachen.

Da sind zum einen die strengen Frackträger. Schwarzer Anzug, weißes Hemd, Echt-Leder-Schuhe. Eigentlich die Mehrheit. Man sieht sie an jeder Ecke. Ganz wichtige Leute, die meisten davon scheinen mit dem Handy am Ohr geboren worden zu sein.

Dann gibt es die IT-Menschen (zu denen ich mich zähle). Kurzärmliges Hemd, meist gestreift, einfarbige Hose, meist Jeans, normales Schuhwerk. Allerdings hin und wieder etwas zu locker und dementsprechend eher negativ auffallend. Viele von denen lesen Zeitung, selbst im größten Frühstücksgetümmel. Standardessen Müsli oder Obstteller.

Kategorie drei sind die Hotelschlampen. Pocke, kurze Hose mit Turnschuhen, Marke Kegelausflug. Unrasiert. Den Frühstücksteller randvoll mit allem was essbar ist. Über der Schulter die Jutetasche mit allem was man für den Tag braucht. Erstaunlicherweise meist Dozenten. Man darf sich vom Äußeren da nicht irritieren lassen.

Und dann gibt es noch den Extrem-Business-Mann. Der kommt bereits samt Trolly, Aktentasche und Laptop zum Frühstück, lädt erstmal alles ab, damit er eine Hand zum telefonieren hat, während die andere schnell ein Brötchen und zwei Scheiben Wurst aufgabelt. Das Telefon wird auch während des gesamten Frühstücks nicht vom Ohr genommen. Ganz wichtige Leute sprechen besonders laut, damit alle Welt erkennt das sie, … na eben ‘wichtig’ sind. Hin und wieder sieht man welche, die müssen auch beim Brötchen-Essen mit dem Laptop arbeiten. Ohne geht’s irgendwie nicht.

Diese Typen trifft man das ganze Jahr über in allen Business-Hotels in denen ich bislang gewesen bin. Dazu kommen Engländer, Franzosen, Japaner. Allen gemeinsam ist das Handy. Ohne scheint es jedenfalls nicht mehr zu gehen. Und wer nicht mindestens ein iPhone sein Eigen nennt, der wird bereits seltsam beäugt.

Manchmal frage ich mich wie das alles noch vor zwanzig Jahren gelaufen ist, ohne Handys. Vielleicht hatten die meisten von ihnen da noch einen Schnuller. Ist ja auch was schönes.

-Privater Beitrag. Nur für authorisierte Leser.