Archiv der Mai, 2010

Noch Empfang?

Bei einem meiner Spaziergänge in der Mittagspause ist mir aufgefallen, das es noch hier und da Gebäude gibt, bei denen die Zeit stehen geblieben sein muss. Findet man auf den Dächern doch tatsächlich noch eine normale terrestrische Antenne. Diese seltsamen Bäume gab es einst auf jedem Dach. Fast unbemerkt sind diese Zeugen einer anderen Fernseh- und Radiogeneration nach und nach verschwunden. Waren es zuerst die Satellitenschüsseln, die als Fremdkörper empfunden wurden, so sind es heute diese seltsamen Gebilde, von denen sich die Kinder wohl fragen wozu sie da oben sind.

2012 wird das anloge Fernsehen endgültig abgeschaltet und dann werden auch diese letzten Zeugen ihre Aufgabe verlieren. Mag sein, das der ein oder andere noch eine terrestrische Antenne unter dem Dach versteckt hält, ihre Zeit jedoch ist gekommen. Die letzten Relikte einer Zeit der Schwarz-Weiß-Fernseher und einer Medienlandschaft, bestehend aus nur drei Programmen, rosten nun vor sich hin.

Bald werden auch sie verschwunden sein …

Alles zum mitnehmen

Aus welchem Grund auch immer geht man wie selbstverständlich davon aus, das Software grundsätzlich installiert werden muss.

Gerade der Windows-Anwender kennt es eigentlich gar nicht anders. Die Programme setup.exe oder auch install.exe werden wie selbstverständlich gestartet und neue Software auf das System geschaufelt.

Dem spricht eigentlich nichts entgegen, wäre da nicht das lästige Problem mit der Deinstallation und ihren Folgen. Oft genug bleibt irgendwelcher Datenmüll zurück, Installationsreste, Registry-Einträge, Anwenderverzeichnisse oder irgendwelche Hintergrunddienste, die sich standhaft weigern den Dienst zu kapitulieren.

Nachdem ich jetzt ein wenig gegoogelt habe, bin ich auf die Sparte der ‘Portable-Software‘ gestoßen. Programme, die auch auf einem Wechseldatenträger, wie z.B. einem USB-Stick, gestartet werden können, ohne sich gleich im System einzunisten. Im Grunde genommen bringen sie einfach alles mit, was zu ihrer Ausführung gebraucht wird und müssen daher nicht installiert werden.

Erstaunlicherweise finden sich im Internet eine ganze Hand voll dieser Portables. Namhafte Programme sogar, die den meisten Leuten bekannt sind. Federführend scheinen hier die OpenSource-Programme zu sein, die hauptsächlich Linux-Freunde durch die tagtägliche Arbeit bekannt sind. Dazu gehören auch Programme die in der Windows-Welt Fuß gefaßt haben, wie z.B. der Webbrowser Firefox, der Mailclient Thunderbird und jede Menge anderer Anwendungen.

Die Internetseite PortableApps.com hat sich da einer größeren Zahl von Programmen angenommen. Es lohnt sich auf jeden Fall dort mal zu stöbern. So findet man Antivirenprogramme, Brenn- und Packprogramme, Textverarbeitungen, Browser und vieles mehr. Das schöne ist: Man entpackt den Download, z.B. auf einen USB-Stick, und hat fortan alle was man braucht um das entsprechende Programm starten und nutzen zu können. Keine Installation, keine Änderung der Registry, … keine Probleme bei der Deinstallation. Das Löschen des entpackten Verzeichnisses beseitigt die Software ohne weitere Spuren.

Zu meinen derzeitigen Favouriten gehören da:

  • Firefox (Webbrowser)
  • Thunderbird (Mailclient)
  • Gimp (Grafikbearbeitung)
  • ClamWin (Antivirenscanner)
  • OpenOffice 3.2.0 (Bürosuite)
  • 7Zip (Packprogramm)
  • Dexpot (virtuelle Desktops)
  • CCleaner (Windowsaufräumer)
  • VLC (Multimediaplayer)
  • Teamviewer (Remoteverwaltung)
  • DeppBurner (Brennprogramm)

Eine einfache Google-Suche nach ‘Portable’ bringt da Erstaunliches zu Tage. Kaum ein Hersteller, der nicht mittlerweile eine ‘tragbare’ Version auf seiner Website anbietet. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht die ein oder andere Software zum Standardumfang meines Rechners zu machen (so ich denn unter Windows arbeite), schon um sicher zu gehen mich nicht mehr mit irgendwelchen Installationen herumschlagen zu müssen. Eine Anwendung verschieben? Kein Problem mehr. Verzeichnis woanders hin packen und fertig. Eine Anwendung löschen? Keine Sache. Weg mit dem Verzeichnis und alles ist gegessen.

Natürlich mag es seine Vorteile haben wenn größere Programmpakete fest auf einem Rechner installiert sind. Für den schnellen Hausgebrauch, oder für unterwegs sind die Portables die allererste Wahl. Wohlgemerkt: Es sind meist die gleichen Programme wie die Installierbaren, also keineswegs immer abgespeckte Versionen. Einige sind aber dafür optimiert und auf geringeren Platzbedarf getrimmt, wie z.B. der Firefox Portable. Einmal gestartet sieht man ihm nicht an wo er seine Wurzeln hat. Sogar die meisten Add-Ons laufen problemlos.

So ist mein guter Rat zunächst erstmal im Netz zu schauen ob es zu einer Software nicht auch ein Portable gibt. Die würde ich dann vorziehen, vor allem wenn man das Programm eigentlich nur antesten möchte und die (De-)installation scheut.

Viel Spaß noch beim Stöbern ;-)

Sommer für drei Tage

Na wenigstens läßt uns das Pfingstwetter nicht im Stich.

Nachdem der Mai eine einzige Katastrophe war, gönnt uns Petrus wenigstens ein Wochenende mit Sonnenschein. Grilltaugliches Wetter also.

In diesem Jahr scheint man sich nicht am Grillfleisch satt essen zu können, dazu sind die guten Tag einfach zu wenig. So ist für Montag schon wieder Mäßigung angesagt und erneut Schluß mit Frühlingsfreuden.

Leider ist dieses Jahr deutlich zu schlecht gestartet, als das ich Hoffnung auf einen schönen Sommer hätte. In ein paar Tagen ist bereits Juni, vom Frühling war bislang nicht viel zu sehen, auch wenn die Metereologen den April als zu warm eingestuft haben. Ehe man sich versieht sind die drei, vier Wochen Sommer wieder rum und der Herbst wird eingeläutet. Naja, ganz so schlimm wird’s schon nicht werden.

Trotzdem hätten wir nach dem langen, kalten Winter etwas mehr Wettergerechtigkeit in der zweiten Jahreshälfte verdient. Also genießt dieses warme Wochenende und viel Spaß mit der Grillwurst!

Dauerverschleiss

Die Eltern unter uns kennen das Leid nur zur genüge.

Man kann gar nicht schnell genug die Dinge kaufen, wie sie die Kinder verbrauchen. Oder anders gesagt: Der Verschleiß, den Kinder bei allem haben ist erschreckend.

So halten neue Schuhe kaum zwei Wochen bis sie Wrack sind, Spielzeug hat eine Halbwertszeit von wenigen Stunden, jedes dieser Teile scheint Batterien nur so zu fressen, Jeanshosen schrumpfen entweder innerhalb kürzester Zeit in der Länge, oder lösen sich speziell an den Knien auf wie Löschpapier. Pullover verbringen mehr Zeit in der Waschmaschine als sie getragen werden, Fahrräder sind ständig platt oder reparaturbedürftig, Taschenlampen stets leer und Artikel für die Schule entweder dauer-abgewetzt oder vollgeschrieben.

Kein Tag vergeht, an dem nicht irgendwas kaputt, verbraucht oder repaturbedürftig ist und es gibt Tage, da bin ich mit dem Nachbestellen von Ersatzteilen oder neuer Teile für alles beschäftigt was sich dreht oder bewegt.

Besonders ärgerlich ist die Tatsache, das vor allem billige Dinge auch wirklich billig sind. Schuhe für 15 Euro halten gerade mal wenige Tage, Spielzeug für einen Fünfer erlebt in den seltensten Fällen den nächsten Tag. Der Müll der heutzutage produziert wird ist auch genau das. Sehr schmerzhaft für Familien, die auf jeden Cent schauen müssen, denn hat man zwei Kinder, kann man getrost alles mal zwei rechnen, von noch mehr Kindern ganz zu schweigen. Aber zwei Kinder mit neuen Schuhen auszustatten, die pro Paar 80 Euro kosten übersteigt dann auf Dauer auch die ein oder andere Geldbörse, denn angezogen werden müssen die beiden dann auch noch. Plus dies und das, hier und da noch eine Kleinigkeit, ein paar Dinge für Schule und Kindergarten und natürlich die speziellen Wünsche der Kinder selbst nicht außer acht gelassen. Besonders ärgerlich wenn z.B. teure Schuhe nach wenigen Wochen schon zu klein sind oder aus unerfindlichen Gründen plötzlich an der Hacke drücken und nicht getragen werden wollen, … äh können.

Also ist man praktisch gezwungen des öfteren auf günstige Artikel auszuweichen und ärgert sich dann leider doppelt, weil besonders der Billigschrott nicht länger hält als von zwölf bis Mittag.

Die Zwerge können nichts dafür, aber eine organisatorische und finanzielle Dauerbelastung ist das Ganze allemal. Und wenn die ersten Wachstumsschübe erstmal beendet sind und ganz langsam Ruhe eintritt, dann kommen noch obendrein die speziellen Markenwünsche dazu, gegen die man sich zu erwehren hat. Nicht alles ist immer machbar, wenngleich wir doch versuchen das ‘Unmögliche’ möglich zu machen, und sei es nicht zu guter Letzt durch die Hilfe von ebay.

Ein Segen, wenn eines Tages der Nachwuchs sein eigenes Geld verdient und damit shoppen geht. Dann entspannt sich nicht nur (unser) Geist, sondern auch der Körper. Nämlich der unserer Geldbörse…

Das kleine Sterben

Gestern habe ich erfahren, das der Musikladen, in dem ich bislang meine benötigten Artikel gekauft habe, schließen mußte.

Das ist insofern ungünstig, als das er der ziemlich einzige brauchbare Laden im Umkreis von 50 Kilometern war und wirklich alles vorrätig hatte, von Kleinteilen angefangen, bis hin zu einer Armada von Gitarren und Verstärkern.

Ich hatte nicht damit gerechnet, das auch dieser Laden würde schließen müssen, schon aufgrund mangelnder Konkurrenz. Aber weit gefehlt.
Die heutigen Läden stemmen sich nur noch mühsam gegen die meist günstigere Konkurrenz aus dem Internet. Die Leute, mich nicht ausgenommen, bestellen einfach lieber vom heimischen PC aus, als 20 Kilometer zu fahren, nur um ein paar Gitarrenseiten zu kaufen, die dann womöglich auch noch teurer sind.

Auf der anderen Seite können Läden wie dieser ihre Ware nur noch zu dem Preis verkaufen, wie er auch im Internet angeboten wird. Die Möglichkeiten des Verbrauchers praktisch jederzeit einen umfassenden Preisvergleich zu starten sind leider zu einem Fluch für die Wirtschaft der Provinz geworden. Das bei den Dumpingpreisen chinesischer und taiwanesischer Firmen niemand mehr seinen Unterhalt bestreiten kann, scheint verständlich.

Und so macht ein kleiner Laden nach dem anderen zu. Das schlimme dabei ist, das die Leute dann auch nicht mehr vor Ort kaufen können und praktisch gezwungen sind im Internet nach ihren Waren zu suchen. Und so wird die Spirale immer steiler, bis eines Tages die Waren dieser Welt ausschließlich aus großen Zentrallagern kommen, on demand, per Internet bestellt. Die heimische Wirtschaft muß dabei zwangsläufig auf der Strecke bleiben, so wie auch mein Musikladen.

Mir persönlich tut es leid, wenngleich ich zu einem kleinen Teil auch mit dafür verantwortlich bin. Die Globalisierung scheint in heutigen Tagen kein wirklicher Segen für uns zu sein. Vielleicht sieht die Welt in 50 Jahren anders aus, wenn sich die Globalisierungswelle rund um den Globus abgeschwächt hat und tatsächlich jeder Artikel weltweit bezogen werden kann, zu gleichen Bedingungen und gleichen Preisen. Bis dahin werden die Niedriglohnländer jedoch erstmal weiter davon profitieren und in den Hochlohnländern, wie bei uns, das kleine Sterben anhalten.

Schade um jede Existenz ist es allemal.