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O.Johanndrees
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Nov 5
Als anständiger Windows-User lese ich regelmäßig die PC-Praxis. Die hält jeden Microsoft-Sklaven immer schön auf dem Laufenden, was aktuelle Software betrifft und vor allem das kommende neue Betriebssystem aus Redmond, dem Windows VISTA.
Wie schon zu Windows98-Zeiten, als die Einführung von XP bevorstand, werden auch jetzt wieder die Gerüchte geschührt und den Ängstlichen eingeheizt.
Beunruhigend ist die Tatsache das die Luft für den Standard-Windows-Benutzer tatsächlich immer enger zu werden scheint und Microsoft immer größeren Zwang auf die Leute ausüben will.
Geht man davon aus das die meisten eine reguläre, offizielle Version ihres Betriebssystems erstanden haben, so hat Microsoft demnächst vor die Verwendung dieser Lizenzen doch erheblich einzuschränken. Jetzt wurde bekannt das das Betriebssystem auch in den OEM-Versionen regelrecht BIOS-Locked an die momentane Hardware des Rechners gebunden sein wird.
Das bedeutet in der Praxis: Änderungen an der Hardware, wie eine neue Grafikkarte, eine größere Festplatte, etc., bestraft das OS direkt mit dem Entzug der Lizenz. Wer aufrüstet, oder sich gar einen neuen Rechner zulegt, seine bestehende (teure) VISTA-Lizenz aber weiter nutzen möchte, der darf sich anschließend eine Neue kaufen, oder hat zumindest erstmal einen peinlichen Anruf bei Microsoft vor sich.
Das alles ist ärgerlich, zumal man als Käufer einer Lizenz auch Eigentümer der Lizenz ist und sie auf einer Hardware einsetzen können sollte, die man frei gewählt hat. Schließlich kann ich mit meinem Auto auch fahren wohin ich will und brauche mir vom Hersteller darüber keine Vorschriften machen zu lassen.
Traurig, traurig. Aber an diesem Punkt zeigt sich wieder recht eindeutig welche Macht die Redmonter sich ‘erschlichen’ haben und wie sehr das in solchen Fällen ausgenutzt wird. Als Käufer hat man praktisch gar keine Wahl.
Neben der eklatanten Hardware-Anforderungen von VISTA kommen also noch die lizenzrechtlichen Hürden dazu. Da ist man fast selbst Schuld wenn man eine offizielle Version kauft.
Ihr seht, meine Formulierungen bezüglich der Microsoft-Produkte haben sich etwas verändert. Ich war nie wirklicher Microsoft-Freund und werde es nie sein. Aber ich habe gerade in letzter Zeit gesehen, daß es auch anders (besser, freier) geht, und auch nicht wirklich schlechter. Thema Linux z.B.
Aus diesem Grunde freue ich mich schon auf das (kostenlose!, unlimitierte!) Update auf SUSE Linux 10.2 am Anfang Dezember.
Ansonsten vertrete ich als Systemadministrator der Stadtwerke Lippstadt GmbH vorerst die gleiche Meinung wie ein Großteil aller Betriebe in Deutschland: Wir werden vorerst bei XP Professional bleiben. VISTA ist noch überhaupt kein Thema.
Zwar werde ich schon im Januar das OS auf einem Testsystem einsetzen und beobachten, kennenlernen, um es genauer zu sagen, aber weiterhin erstmal abwarten.
Ein Betriebssystem, das für durchschnittlich 399 Euro pro Lizenz kommt, aber, nach eigenen Aussagen von Microsoft zum Veröffentlichungstermin noch mindestens 500 Fehler enthält, ist zunächst mal keine brauchbare, gewinnbringende Alternative für uns. Bei dem Preis übrigens privat schon gar nicht!
Leider werden wir irgendwann mitziehen müssen. Dann nämlich, wenn sämtliche neu gekauften Rechner nur noch mit VISTA ausgeliefert werden. Dann heißt es wie damals schon bei XP: “Friß oder stirb!”
Astala-VISTA Baby!